Das erste Dezemberwochenende bedeutete für die Geräteriege Sins-Oberrüti nicht in erster Linie den zweiten Advent, sondern die beiden wichtigsten Tage des Jahres. Dies aufgrund der stattfindenden Schweizermeisterschaften im Vereinsturnen Jugend im zürcherischen Andelfingen. Die über siebzig ambitionierten, jungen Damen haben sich in den letzten Wochen intensiv auf ihren Saisonhöhepunkt vorbereitet und starteten Ihre Reise in den frühen Samstagmorgenstunden. Im Gegensatz zum topfitten Carchauffeur waren die Gesichter der Gerätekombinationsturnerinnen noch sehr verschlafen. Lange hatten die 28 Girls nicht Zeit zum wach werden, denn kurz nach der Ankunft startete bereits die Vorbereitung auf den Auftritt mit einer Kombination aus Stufenbarren und Bodenturnen. Die Nervosität war gut spürbar, weshalb auch kein fehlerfreier Durchgang gelang, doch das erste Ziel war das Erreichen der Finalrunden der besten vier Vereine. Da wir als einer der ersten Vereine starteten, mussten wir lange um den Einzug in den Final bangen, waren aber schlussendlich mit dem dritten Schlussrang für einen zweiten Durchgang qualifiziert. Die Noten der Vorrunde werden für den Final irrelevant und somit ist immer noch alles möglich. Der Finaldurchgang gelang dann auch etwas besser, doch auch die Konkurrenz gab sich keine Blösse und somit konnte die Ausgangslage für die Siegerehrung nicht spannender sein. Leider wurden wir unsanft auf den Boden der Realität zurückgeholt, denn statt des erhofften Triumphes wurde es der undankbare vierte Schlussrang. Die Enttäuschung beim ganzen Team war unglaublich gross, weshalb auch nur wenige Augen trocken blieben. Lange hatte das GeTu nicht Zeit diesen kleinen Schock zu verarbeiten, denn die SM-Geschichte war erst zur Hälfte geschrieben und am Sonntag gab es nochmals zwei Chancen auf Medaillen. Das Leiterteam, sowie die Turnerinnen die mehrere Disziplinen bestreiten kamen in den Genuss einer Übernachtung in einer kleinen Zivilschutzanlage direkt neben der Turnhalle. Leider meinten es nicht nur die Wertungsrichtern, sondern auch die Boiler der Turnhallenduschen im Züriland nicht sehr positiv mit uns, weshalb wir beim Duschen mit eisigkalten 15°C vorlieb nehmen mussten. Nichtsdestotrotz hatten wir zusammen einen schönen, gemütlichen Abend und hatten genug Zeit einander neuen Mut für den kommenden Tag zuzusprechen und neuen Optimismus zu tanken. Auch der Sonntag startete wieder mit dem frühen zwitschern der Vögel. Der Stufenbarrenwettkampf der älteren Mädchen stand zuerst auf dem Programm. Nach dem Morgenessen mit Zopf und Orangensaft, stiessen die restlichen Mädchen mit dem Car aus dem Freiamt zu uns und man begann direkt mit der Vorbereitung. Mit ein wenig Wut im Bauch nach der noch nicht verdauten Enttäuschung war das Ziel wie am Vortag der Einzug in den Final. Die Geschichte scheint sich zu wiederholen, denn man erreichte wieder den dritten Zwischenrang und konnte sich über den Final freuen. Bevor dieser startete, waren die jüngeren Mädchen mit ihrem Stufenbarren an der Reihe. Aufgrund der wenigen teilnehmenden Vereine wurde in dieser Kategorie kein Final ausgetragen, was auch bedeutete, dass die zwanzig zehn bis zwölfjährigen Damen nur eine Chance hatten ihr bestes zu zeigen. Und wie alte Hasen konnte jede Einzelne von Ihnen Ihr ganzes Potential abrufen und zusammen gelang ihnen der wahrscheinlich beste Durchgang mit diesem Programm. Somit durften wir uns berechtigt Hoffnung auf den Titel machen. Leider sollte es nicht sein und die minis belegten mit einem minimalen Abstand von nur drei Hundertstel den zweiten Rang. Die Freude war trotz des verpassten Titels riesig, war man doch Vizeschweizermeister im Stufenbarren. Natürlich wollten jetzt auch die Älteren nochmals alles geben und es Ihren jüngeren Kolleginnen gleichtun. Die Konzentration wurde nochmals hochgefahren und die Spannung abermals aufgebaut. Auch die ältere Garde zeigte einen der besten Durchgänge. Doch nach der Enttäuschung war man am neuen Tag einiges vorsichtiger mit allfälligen Prognosen und man bereitete sich an der Rangverkündigung auf jedes Szenario vor. Dies erwies sich im Nachhinein als kluger Schachzug, denn die Geschichte scheint sich zu wiederholen und auch die Stufenbarrenvorführung der maxis musste sich schlußendlich mit dem fünften Schlussrang begnügen. Obwohl auch diese Entscheidung aus Freiämtersicht nicht wirklich nachvollziehbar war, hatte man die Emotionen besser im Griff und schliesslich darf man sich über den mehr als verdienten Vizeschweizermeistertitel bei den Jüngeren freuen. Die Heimfahrt im doppelstöckigen Gössi-Car war trotz der Enttäuschungen ausgelassen und der Sinser Migrolinokreisel wurde wegen viermaligem Umkreisen fast zur Achterbahn. Den Abschluss des ereignisreichen Wochenendes bildete der schöne Empfang in Oberrüti organisiert vom Vorstand des Damenturnvereins. Mit etwas Abstand können wir das Erreichte sicher etwas besser einordnen und eines ist jetzt schon klar, wir werden weiterhin alles geben und wieder Aufstehen und unser verrutschtes Krönchen wieder richten. Nach der Schweizermeisterschaft 2016 ist vor der Schweizermeisterschaft 2017. An dieser Stellen ein herzliches Dankeschön an alle, die uns begleitet und unterstützt haben!

Go to top